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10 bedeutende Persönlichkeiten aus Ulm & Neu-Ulm

10 bedeutende Persönlichkeiten aus Ulm & Neu-Ulm

Was hatten Conrad Magirus, Albert Einstein und Sophie Scholl gemeinsam? Die Antwort liegt nah: Alle drei sind Persönlichkeiten, die in Ulm gelebt haben und sich in Deutschland oder gar weltweit auf unterschiedliche Art einen Namen machten. Manche davon wurden nur in Ulm geboren und verbrachten eine eher kurze Zeit ihres Daseins in der Münsterstadt. Andere zogen erst im hohen Alter her. Nichtsdestotrotz waren sie Bewohner unserer Stadt und lebten vielleicht sogar in dem einen oder anderen Gebäude oder Bezirk Ulms, den ihr jetzt gerade im Moment bewohnt. Aber findet’s doch einfach selbst raus.

Albert Einstein

Am 14. März 1879 erblickte Albert Einstein in unserer Münsterstadt das Licht der Welt.  Sein genauer Geburtsort war das Gebäude in der Bahnhofstraße 20, das während eines Luftangriffs 1944 später zerstört wurde. Als Einstein nicht einmal zwei Jahre alt war, zog er mit seiner Familie bereits nach München. Viel Erinnerung hatte Einstein also nicht an seine Geburtsstadt. Nichtsdestotrotz ist er einer der wohl berühmtesten Söhne Ulms – und das weiß unsere Stadt auch zu feiern: So gibt es unter anderem einen Einstein-Brunnen, ein Denkmal und ein nach ihm benanntes Gymnasium. 2018 veranstaltete der Künstler Ottmar Hörl eine Kunstaktion mit 500 kleinen Albert-Einstein-Figuren auf dem Münsterplatz.¹

Foto: #sowasvonulm

Hildegard Knef

„Für mich soll’s rote Rosen regnen.“ Diese Strophe sollte sowohl Jung als auch Alt wohl bekannt sein und stammt von wem? Hildegard Knef natürlich! Die Schauspielerin & Sängerin wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren. Allerdings verbrachte sie ähnlich wie Einstein – nur einen kurzen Teil ihres Lebens in der Münsterstadt, nämlich etwa ein Jahr. Nach dem Tod ihres Vaters zog sie mit ihrer Familie nämlich nach Berlin. Ihre bekanntesten Lieder waren u.a.  „Von nun an ging’s bergab“, „Ich brauch Tapetenwechsel“ oder „Ich glaub‘, ne Dame wird‘ ich nie.“ Auch international feierte sie große Erfolge und wurde zum ersten deutschen Broadway-Star.²

Achso: Rote Rosen regnet es in Ulm übrigens auch 1x im Jahr: Und zwar am Tag der Rose, der nächstes Jahr wieder am 13. Juni am Münsterplatz stattfinden wird und die Besucher mit einem Meer an wundervoll duftenden Rosen begrüßt.

Foto: #sowasvonulm

Karl von Linden

Karl von Linden mag den meisten Kulturinteressieren von euch bekannt sein. Er wurde am 28. Mai 1838 in Ulm geboren und war einer der Gründer des Linden-Museums in Stuttgart. Das Museum für Völkerkunde zeigt rund 160.000 Objekte, die aus verschiedenen Ethnien stammen und die Entwicklung und Identität verschiedener Völker veranschaulichen.³

Conrad Magirus

Am 26. September 1824 wurde Conrad Dietrich Magirus in Ulm geboren. Er war in zweierlei Hinsicht ein wahrer Pionier: als erster Feuerwehrkommandant Ulms und als Erfinder der Drehleiter für Feuerwehrfahrzeuge. Den meisten Einwohnern der Münsterstadt ist Magirus heute noch durchaus ein Begriff, denn das Unternehmen Magirus GmbH geht auf Conrad Magirus zurück, der sein eigenes Unternehmen gründete und Drehleitern und Löschfahrzeuge vertrieb. Vielleicht seid ihr auch schon mal an der einen oder anderen Straße vorbeigefahren, die ein „Magirus“ im Namen trägt.

Albrecht Berblinger

Der „Schneider von Ulm“ genoss zu seiner Zeit leider eher ein niedriges Ansehen. Am 24. Juni 1770 in Ulm geboren, lernte er in seiner Ausbildung das Schneiderhandwerk, obwohl seine wahre Leidenschaft der Mechanik und Konstruktion galt. So arbeitete er zwar als Schneider, entwickelte aber ganz nebenbei bahnbrechende Konstruktionen, wie z.B. die erste Beinprothese mit Gelenk. Weitaus bekannter aber ist die Geschichte über seinen Gleitflugversuch, die man sich in Ulm noch bis heute erzählt. Er konstruierte einen Hängegleiter, mit dem er von der Adlerbastei aus einen Gleitflug über die Donau wagte. Dieser scheiterte jedoch nicht aufgrund von Konstruktionsfehlern, sondern u.a. wegen schwieriger Windverhältnisse. So war Berblingers Konstruktion eigentlich sehr fortschrittlich, fand man später heraus. Die Menschen beschimpften ihn nach seinem Absturz als Lügner und Betrüger und auch seine Kundschaft in der Schneidewerkstatt wandte sich von ihm ab. Er starb völlig veramt und hinterließ eine Ehefrau, die eine Zeit lang Ulms legendärstes Hotel „Schiefes Haus“ bewohnte. Später griffen sogar namhafte Dichter wie Berthold Brecht und Max Eyth den Schneider in ihren Werken auf.

Foto: Jana Schüler

Claudia Roth

Die amtierende Vizepräsidentin des deutschen Bundestags wurde am 15. Mai 1955 in Ulm geboren und wuchs in einem Städtchen unweit von Memmingen auf. Claudia Roth wurde durch ihre Aktivitäten für die Partei Bündnis 90/Die Grüne bekannt und war dort zweimal Bundesvorsitzende. 2013 folgte die Wahl zur Vizepräsidentin des Bundestags, gefolgt von der Wiederwahl 2017. Besonderes Engagement zeigt sie in den Bereichen Menschenrechte, Anti-Rassismus und Klimapolitik.

Max Eyth

Zwar ist er keiner der Söhne Ulms, jedoch wohnte er während einer bedeutenden Periode seines Lebens in der Münsterstadt und starb auch dort. Max Eyth wurde am 6. Mai 1836 in Kirchheim Teck geboren und war in vielerlei Hinsicht talentiert. So war er erfolgreicher Ingenieur im Bereich Landwirtschaft und Seilschifffahrt, später wurde er auch bekannt als Zeichner und Schriftsteller. Nach Neu-Ulm zog es ihn erst in seinem letzten Lebensabschnitt. Dort wohnte er bei seiner Mutter in der heutigen Harmann-Köhl-Straße. Später mietete er in Ulm in eine Wohnung auf dem Michelsberg 173.  Die Tätigkeit des Schriftstellers verfolgte er vor allem in seinen letzten Jahren und schrieb die bekannten Werke „Der Schneider von Ulm“ oder „Hinter Pflug und Schraubstock“. Zu Ehren von Eyth hat die Stadt Ulm ein Denkmal an der Adlerbastei errichten lassen und die Landwirtschaftsschule in der Pfefflinger Straße nach ihm benannt.

Foto: Wikipedia

Edwin Scharff

Den meisten Ulmern und vor allem Neu-Ulmern unter euch müsste der Name ein Begriff sein. Denn eines der wohl bekanntesten Museen Neu-Ulms ist das Edwin-Scharff-Museum, wo man als Einwohner oder Touri definitiv mal gewesen sein sollte. Bei einem gediegenen Spaziergang an der Neu-Ulmer Seite der Donau ist dem einen oder anderen von euch bestimmt mal das Kultur- und Kongresszentrum Edwin-Scharff-Haus ins Auge gefallen. Aber wissen denn auch alle von euch, womit Edwin Scharff eigentlich Bekanntheit erlangte? Scharff machte sich vor allem durch seine Bildhauerei einen Namen und schuf Werke für die Straßen großer deutscher Städte wie Hamburg oder Düsseldorf. Thematischer Fokus seiner Werke lag v.a. auf Darstellungen von Pferden und Menschen und einige seiner diversen Werke sind natürlich auch im Neu-Ulmer Museum zu bestaunen.

Sophie & Hans Scholl

Die beiden Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zur Zeit des Nationalsozialismus haben tatsächlich ein paar Jahre ihres Lebens in Ulm verbracht. So gibt es in Ulm auch einen Hans-und-Sophie-Scholl-Platz und ein Gymnasium, das nach den beiden benannt ist. Die Geschwister wurden zwar nicht in Ulm geboren, zogen jedoch im jungen Alter her und wohnten sechs Jahre lang in einem Haus in der Olgastraße, an dem inzwischen eine Gedenktafel angebracht ist. Viele wissen zudem nicht, dass auch die Ulmer Volkshochschule etwas mit den Scholls zu tun hat. Die ältere Schwester der beiden war nämlich Mitgründerin der 1946 eröffneten Einrichtung. Noch heute erinnert dort die „Denkstätte Weiße Rose“ an die beiden Geschwister und ihren Mut, sich gegen das System zu stellen, auch wenn deren Geschichte 1943 ein tragisches Ende nahm.

Foto: #sowasvonulm
Quellen:
1) https://www.einstein-website.de/z_biography/ulm.html
2) https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_Knef
3) https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Linden
4) https://de.wikipedia.org/wiki/Conrad_Dietrich_Magirus
5) https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Ludwig_Berblinger
6) https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien18/R/roth_claudia-258898
7) https://www.ulm.de/tourismus/stadtgeschichte/koepfe/max-eyth
8) https://de.wikipedia.org/wiki/Edwin_Scharff
9) https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Welche-Spuren-die-Geschwister-Scholl-in-Ulm-hinterlassen-haben-id44285586.html

Jana Schüler
Jana Schüler

Vom bayrischen Provinzdörfchen über Stuttgart nach Ulm. Im März 2019 hat die Thai-food-liebende Masterstudentin in Ulm ihre neue Heimat gefunden und erkundet jetzt Stück für Stück, was unsere Münsterstadt so wundervoll macht. In Stuttgart stets auf der Jagd nach versteckten Cafés, Hotspots und dem Place to Be für gediegene Feierabende, hat sie nun ein neues Projekt: Ulm – und alles, was ihr die Umgebung zu bieten hat. An warmen Sommertagen genießt sie Sonnenuntergänge am Flussufer mit Freunden. Dazu gern ein Gläschen Weißwein – oder auch mal ein Cider, wenn es süß sein darf. #provinzmädchen spicyfood #hotspotfinder #travel

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