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Ich spende gerne, aber Blut?!

Ich spende gerne, aber Blut?!

Immer weniger Menschen in Deutschland spenden regelmäßig Blut. Die fleißigsten Spender der vergangenen Jahre sind inzwischen in die Jahre gekommen und kommen oftmals nicht mehr als Spender infrage. Jüngere Freiwillige begeben sich leider viel zu selten zur Spende. So geht die Anzahl der Spender jahrein jahraus weiter runter. Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie veröffentlichte im Jahr 2018 eine wirklich erschreckende Statistik: Nur zwei bis drei Prozent der Deutschen gehen regelmäßig Blutspenden. Und jetzt setzen wir das mal ins Verhältnis zur Menge an Blut, die benötigt wird, um Leben zu retten…

Ich muss zugeben, dass ich selbst auch noch nie gespendet habe. Spenden für Vereine und Bedürftige? – Gar nicht mal so selten. Aber Blut? – Noch nie. Shame on me. Das wollte ich jetzt ändern. Wer weiß, vielleicht ist man selbst auch irgendwann mal auf eine Blutspende angewiesen?

Wer zum ersten Mal spenden möchte, hat sicher ein paar Fragen. Um gleich mal ein paar Bedenken aus dem Weg zu räumen:
Bei der Blutspende besteht keine Ansteckungsgefahr und es schadet nicht der Gesundheit, sondern fördert sie eher.
Vor allem aber: Eine Blutspende kann für einen anderen Menschen Lebens-entscheidend sein!

Wie läuft eine Blutspende ab?

Für einen Blutspendetermin sollte man ca. eine Stunde Zeit mitbringen, dabei dauert die Blutspende selbst nur wenige Minuten. Deine Daten werden aufgenommen und du wird als Blutspender registriert.

Das beinhaltet auch eine ärztliche Untersuchung, denn Voraussetzung fürs Spenden ist, dass man gesund und fit ist. Die erste Spende darf zwischen dem 18. und 65. Lebensjahr erfolgen. Wenn beides auf dich zutrifft, dann mach doch einfach mal den Spende-Check.

Die Spende selbst verläuft in guter Gesellschaft. Die Krankenschwestern sind unheimlich freundlich, erkundigen sich nach deinem Wohlergehen und gehen sanft mit dir um. Nach der Entnahme solltest du noch ein paar Minuten liegen bleiben, damit dein Kreislauf sich daran gewöhnen kann. Im Anschluss kommt das Beste: Du bekommst vor Ort kostenlos Essen und Trinken 😉.

 

Dein Blut wird nach der Spende in einem Labor untersucht. Sollten dabei auffällige Befunde auftreten, die ein Hinweis auf Krankheiten sein können, wirst du umgehend benachrichtigt.

Nach etwa drei Wochen erhält man dann noch den Unfallhilfe- und Blutspender-Pass. In diesem Pass sind alle wichtigen Angaben über dich hinterlegt, z.B. deine Blutgruppe – trag ihn also immer bei dir. Denn sollte man selbst mal einen Unfall haben oder eine Transfusion brauchen, kann das wertvolle Zeit sparen.

Pro-& Contra-Liste

Nun habe ich mal Zettel und Stift in die Hand genommen und überlegt, was fürs Blutspenden spricht und was mich davon abhält, es zu versuchen. Vielleicht erkennt ihr euch darin ja wieder.

Was sind meine Bedenken?

  • Das Nadel-Problem

Schon als Kind war ich absolut kein Fan von Nadeln. Schon gar nicht freiwillig. Der Gang zum Zahnarzt für eine Füllung? Drama. Aber mal ehrlich: Man muss auch mal erwachsen werden  .

  • Viel Papierkram

“Ach, das dauert mir viel zu lang und die lassen mich 20 Formulare ausfüllen.” Das klingt für mich nach einer Ausrede. Für deinen ersten Besuch braucht es natürlich ein paar Infos mehr als für die darauffolgenden, aber ab dem zweiten Besuch geht’s im Handumdrehen! Und das bisschen Ankreuzen ist auch kein Aufwand  .

  • Körperliche Bedenken

Wie schon erwähnt: Blutspenden schadet dir keineswegs. Zudem wird deinem Körper im Verhältnis nur eine geringe Menge Blut entnommen, die sich binnen ein paar Tagen wieder vollständig entwickelt hat. Und um sicherzugehen, dass sich euer Körper für die Blutspende eignet, werdet ihr vorher gründlich durchgecheckt. Somit besteht kein Grund zur Sorge!

Was spricht absolut dafür?

  • Leben retten

Stell dir vor, dein bester Freund schwebt in Lebensgefahr und das Krankenhaus hat kein Blut, um ihm ds Leben zu retten, Dieses Horrorszenario kann jeden von uns treffen und in so einem Fall zählt man immer auf die Blutreserven im Krankenhaus. Wenn es aber keine Reserven mehr gibt, wer rettet ihn dann? Nicht nur für Unfallopfer ist eine Blutspende oft die letzte Instanz. Auch Leukämieerkrankte zählen auf Blutreserven, um wieder gesund zu werden.

 

  • Einen Beitrag zur Forschung leisten

Dein Blut ist nicht nur für das Überleben deiner Mitmenschen wertvoll, sondern auch für die Erforschung von Krankheiten und deren Heilung. Du kannst im Kleinen dazu beitragen, dass für bisher unheilbare Krankheiten vielleicht bald ein Heilmittel gefunden werden kann.

  • Ein schneller Gesundheitscheck für dich

Du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe: Du hilfst anderen Menschen und auch dir selbst. Stimmt etwas mit deinen Blutwerten nicht, erhältst du binnen kurzer Zeit eine Nachricht vom Labor. Und wenn alles gut ist, ist es doch wunderbar, zu wissen, dass man gesund ist 🙂

  • Ein wunderbar gutes Gefühl

Einige meiner Kollegen gehen regelmäßig Blutspenden – und das seit Jahren schon. Ich hab mich aus solchen Gesprächen immer ausgeklinkt und mich mit gemischten Gefühlen wieder an meine Arbeit gemacht – stets mit dem Gedanken, dass sie Recht haben. Und wenn sie dann wieder mal versuchten, mich zum Spenden zu bewegen, betonten sie immer “das gute Gefühl danach”. Man hat was gutes Getan. Man erwarte es ja auch von den anderen. Und ja, ihr habt Recht.

 

Komm‘ in die Puschen!

Nunja, manchmal muss man eben über seinen Schatten springen. Eine Nadel, die Blut transportiert, muss gar nicht so übel sein – vor allem genau in den Momenten, in denen du der Verletzte bist und die Nadel dein Überleben sichert. So bezeichne ich mich selbst als eine der größten Nadelantipathetikerinnen im Raum Ulm und dennoch habe ich es über’s Herz gebracht, an einem Donnerstagnachmittag zum Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm zur Blutspende zu gehen. Habe dort anschließend mein “Veschber” geschlemmt, einen Kaffee geschlürft und ein herzliches Dankeschön erhalten. Also wenn sogar ich das schaffe, dann bekommst du das bestimmt auch hin. Mach doch einfach mal den Check. Und glaubt mir: Hast du einmal das wunderbare Gefühl danach, bleibt dir das im Gedächtnis. Deswegen war das mit Sicherheit nicht meine letzte Spende.

 

 

Wann und wo kann ich spenden?

Ulm/Helmholtzstraße 10
Nächste Termine: https://www.blutspende.de/blutspendetermine/termine?term=89073+Ulm

Neu-Ulm/Karlsbader Str. 22
Nächste Termine: https://www.drk-blutspende.de/blutspendetermine/termine?term=89231 NEU-ULM

Christina Klösel
Christina Klösel

Design mit Roundhouse-Kick bekommt man bei Christina, denn sie macht seit 2011 Capoeira, eine brasilianische Kampfkunst. Genauso gut wie ihre Kicks platziert die Kommunikationsgestalterin den Fokus aufs Wesentliche, denn viel Schnick Schnack und drumherum ist bei ihr fehl am Platz. Was bei Christina aber immer einen Platz findet ist die Liebe für Designermöbel, gutes Essen und spannende Bücher. Seit Juni 2019 unterstützt die ehemalige Schwäbisch Gmünderin #sowasvonulm und fühlt sich schon jetzt sehr heimisch in ihrer neuen Heimat an der Donau. #designmitkick #typografie #fotografie #foodie #bücherwurm

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